Einhundert verlassene Häuser

Sicher sind diese

Häuser

nicht erst seit dem vergangenen Sommer verlassen und verfallen, aber ich bin mir sicher, dass es für den Fotografen bald kein großer Aufwand wäre, statt 100 gleich 1000 verlassene Häuser zu finden.

Werden diese Fotos einmal die gleiche Bedeutung wie die

Serien von Bernd und Hilla Becher

haben?

Veröffentlicht in: on 10. März 2009 at 23:41 Kommentar schreiben
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Gedächtnisverlust durch Leichtsinn in Köln

Das Kölner Historische Stadtarchiv wurde heute zerstört, einfach eingestürzt, offensichtlich als Folge des U-Bahn Baues. Übrigens ist nicht die erste negative Folge des Prestigeprojekts. Einige Meter weiter war 2004 bereits ein Kirchturm in eine bedrohliche Schieflage geraten.

Ich liebe Köln, diese hässliche, aber so lebendige Stadt. Über zweitausend Jahre ununterbrochene Siedlungs- und Kulturgeschichte. Die Severinstraße war schon in der Römerzeit die Hauptstraße von Bonn nach Köln.

Was mich aber besonders trifft ist der komplette Verlust von 2000 Jahren aufgezeichneter Stadtgeschichte. Unwiederbringlich, zermahlen im Gebäudeschutt. Was die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg nicht zustande gebracht hatten – hier wird es durch Leichtsinn einfach so zerstört.

Vor einer Woche wurde hier noch wild Karneval gefeiert, alles lag sich in den Armen und freute sich über die rheinische Lockerheit. War man hier nun zu locker? Hat niemand daran gedacht, dass ein überfülltes und überaltertes Archivgebäude direkt neben einem 28 Meter tiefen Loch ein absolutes Risiko darstellt? Warum überhaupt wurden die Materialien mitten in einer Großstadt aufbewahrt?

Köln ist zu bedauern. Sie scheinen wirklich leichtsinnig zu sein, man denke nur an die leichtfertige Gefährdung des Weltkulturerbe-Status des Doms durch großspurige und trotzdem durchschnittliche Hochhaus-Bebauungen in Deutz. Oder überhaupt die chaotische Stadtanlage, zerstört letztendlich nicht durch die Bomben, sondern durch die grauenhaften Verkehrsanlagen der Fünfziger und Sechziger Jahre.

Ich hoffe inständig, dass sich in den Trümmern wenigestens einige der Stücke erhalten haben.

Veröffentlicht in: on 3. März 2009 at 23:21 Kommentar schreiben
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D.O.A. in London?

Beim Blick auf den Londoner Subway-Plan dachte ich zunächst, dass es in der Stadt jede Menge Friedhöfe geben müsse: An vielen Stationen ist ein Kreuz eingezeichnet. Aber der Blick auf die Legende klärte mich auf: “Check before you travel”. Heisst das nun, dass es lebensgefährlich ist, an diesen Stationen auszusteigen?

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Veröffentlicht in: on 27. Januar 2009 at 22:20 Kommentar schreiben

Pompeji

Habe gestern Abend in Phoenix eine Dokumentation über den Vulkanausbruch des Vesuv und den Untergang von Pompeji und Herculaneum im Jahre 79 n. Chr. gesehen. Das Geschehen wurde in Spielszenen lebendig, die aus den Funden von Skeletten und in Asche eingeschlossenen Körpern abgeleitet waren. Die menschlichen Einzelschicksale treten nach zweitausend Jahren in unser Bewusstsein, verzweifelte, zusammengekauerte Menschen, die Arme schützend vor das Gesicht gehalten, so wurden sie in der Asche eingeschlossen nach einem sehr schnellen Tod. Sich dieses vorzustellen lässt den Betrachter in Verbindung mit den Menschen aus einer längst vergangenen Zeit treten.

Veröffentlicht in: on 30. Oktober 2008 at 15:02 Kommentar schreiben
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Volksverhetzung?

Ich bin kein Jurist, aber wenn ich mir den Wortlaut des Paragraphen 130 des deutschen Strafgesetzbuches anschaue:

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

und dann davon lese, dass ein deutscher Schlagerproduzent in einer Fernsehsendung gesagt haben soll, dass man die KfW-Banker “auf der Straße verprügeln solle” mache ich mir doch so meine Gedanken. Offensichtlich wurde das dann nicht gesendet, aber darüber berichtet wird überall.

Veröffentlicht in: on 19. Oktober 2008 at 10:59 Kommentar schreiben
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Finanzkrise – die Folge des Prozac-Dopings?

Es ist bekannt, dass Millionen von Menschen seit Jahren Prozac nehmen, eigentlich ein Medikament zur Behandlung von Depressionen und Angstzuständen. Der Kranke wird stabilisiert, fasst Mut und erhält eine Basis für eine nachhaltige Therapie. Man kann es auch so beschreiben, dass eine gewisse Kaltblütigkeit und Emotionslosigkeit zu beobachten ist. Der Mut steigt.

Depressive Erkrankungen sind zahlreich, alleine für Deutschland werden 4 Millionen Betroffene geschätzt, für die USA wird von 25% gesprochen, die im Laufe ihres Lebens eine Angststörung erleben.

Prozac, so der Produktname des Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers Fluoxetin, wird in den USA von 20 Millionen Menschen genommen. Sind diese Menschen wirklich alle depressiv oder nehmen sie das Medikament wegen seiner antriebssteigernden Wirkung? In den einschlägigen Foren erwähnen die Patienten das Verschwinden von düsteren Gedanken und Sorgen, sie berichten, wie ihre Ängste verschwinden. Einmal abgesehen davon, dass es Hinweise auf Wirkungslosigkeit von SSRI bei schwach ausgeprägten Depressionen gibt und dass viele sich die positiven Wirkungen nur einbilden – sollten wir nicht einmal untersuchen, ob der Missbrauch von Antidepressiva im mit verantwortlich an dem unendlichen Leichtsinn ist, der hinter der gegenwärtigen Finanzkrise steht?

Ich denke dabei nicht nur an den bonusgeilen Investmentbanker, sondern auch an die Hauskäufer in den USA, die sich offensichtlich bar jeder Vernunft zu waghalsigen Hausfinanzierungen und gedankenlosem Kreditkarteneinsatz hinreissen ließen.

Veröffentlicht in: on 16. Oktober 2008 at 23:11 Kommentar schreiben
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Raum der Stille

In Köln, nicht weit vom Dom, in einem Untergeschoß:

Raum der Stille

Raum der Stille

Veröffentlicht in: on 6. Oktober 2008 at 22:58 Kommentar schreiben
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Oktoberfestbier

Leider gibt es in diesem Jahr keinen Oktoberfest-Besuch in München. Als kleine Entschädigung dafür gibt es “Oktoberfestbier” von der Augustiner-Brauerei. In München verkaufen sie auch “Edelstoff”. Ja, das ist wirklich der offizielle Name! Der Münchner kauft seinen Stoff ganz legal im Supermarkt und vielleicht schaut er dabei verächtlich auf den Kiffer, der an der Ecke steht.

Beim Blick auf die verklärten Gesichter der Oktoberfestbesucher in der Wiesn-Night (jede Nacht im Bayerischen Fernsehen) frage ich mich, wer die Grenze zwischen erlaubten und verbotenen Drogen setzt.

Veröffentlicht in: on 4. Oktober 2008 at 22:04 Kommentare (1)
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Durch die Eifel

Mindestens einmal pro Jahr fahre ich mit dem Rennrad in die saarländische Heimat. Über die Jahre habe ich mir einige Strecken dazu zusammengestellt, die allesamt abseits der großen und verkehrsreichen Straßen verlaufen und außerdem halbwegs vernünftige Steigungsverhältnisse aufweisen. Aber wer über Eifel, Hunsrück und Hochwald muss kann Steigungen niemals ganz vermeiden. Aber was soll’s, man muss drüber fahren, was für mich eigentlich auch kein Problem ist.

In diesem Jahr sah es zunächst so aus, als ob ich keine Gelegenheit mehr zu meiner Tour haben würde. Im Sommer passte das Wetter nicht und danach war keine Zeit mehr. Aber nun im Herbst klappte es doch:

Freitag, 26. September, Start um 8:15 im Morgennebel am Rhein, hoch über Arzdorf, Esch nach Kalenborn, hinunter ins Ahrtal bei Altenahr, hoch zum Nürburgring über Adenau und Quiddelbach, Mülenbach nach Kelberg. Weiterer Anstieg bis Beinhausen, dann hinunter im Liesertal nach Daun. Von dort über den Maare-Mosel-Radweg über Wittlich bis nach Maring-Noviand, an der Mosel entlang über Neumagen-Dhron bis Trittenheim, dann die steile Flanke der Mosel hoch nach Büdlicherbrück, weiter bis auf 550 m hoch zur Gedenkstätte Hinzert-Pölert, Hermeskeil (Ortseingang), letzte Steigung nach Gusenburg, dann der Prims folgend nach Wadrill, Wadern, Büschfeld, Limbach, Schmelz, Dillingen.

Vom Maare-Mosel-Radweg war in letzter Zeit viel zu hören, Berichte im Fernsehen und im Radio und natürlich eine Menge positiver Kommentare und Empfehlungen im Internet. Besonders interessant ist die Beschreibung auf Dr. Achim Bartoscheks äusserst sorgfältig editierten Website Bahntrassenradeln. In der Tat bietet die ca. 55 km lange Strecke ein angenehmes Fahrerlebnis. Minimale Steigungen und Gefälle, typisch für Bahnstrecken, eine Reihe durchaus längerer, natürlich beleuchteter Tunnel, der längste davon das “Große Schlitzohr”, sowie einige Viadukte. Die Strecke ist sehr gut beschildert, immer wieder gibt es Hinweise auf Gastronomie und Services entlang der Route, im oberen Teil sind Eisenbahnsignale und -schilder aufgestellt, allesamt sorgfältig beschrieben. Kreuzungen mit allgemeinen Straßen sind durch jeweils zwei versetzt aufgestellte Barken markiert, die so aufgestellt sind, dass man gefahrlos zwischen ihnen hindurch kommt. Zudem bestehen sie wohl aus Kunststoff mit abgerundeten Ecken, eine gute Lösung im Vergleich zu den gefährlichen Barrieren auf dem ansonsten ähnlich schönen Radweg von Kastellaun nach Simmern im Hunsrück. Nicht ganz so schön sind die Umfahrungen von Gewerbegebieten, die sich auf den früheren Bahngeländen breit gemacht haben, so z.B. in Laufeld, sowie die etwas dürftige Wegweisung im Zentrum von Wittlich. Nachdem die verkehrsreiche Bundesstraße hinter Wittlich überquert ist folgt der Weg dem Verlauf der unteren Lieser durch üppige Streuobstwiesen und Weinberge hinab zur Mosel.

Als Rennradfahrer finde ich diese Art von Radwegen oft etwas anstrengend, was ein normaler Radfahrer wohl nicht ganz nachvollziehen kann. Aber es ist nicht ganz ungefährlich, mit meiner höheren Geschwindigkeit an den verträumt dahinrollenden Gruppen von Leuten vorbeizufahren. Aber vielleicht bin ich es, der nicht auf solche Wege gehört…

239 km, Schnitt 27,4 km/h, reine Fahrzeit 8:50 h

Veröffentlicht in: on 29. September 2008 at 23:10 Kommentar schreiben
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Köln

Es ist mittlerweile bereits zu einer Tradition geworden: Einmal im Jahr, meistens im Herbst fahre ich eine Tour nach Köln, und zwar mitten in die Stadt hinein zum Dom. Am Rhein entlang, unter den Brücken hindurch, über neuerdings komfortable Radwege bis nach Deutz. Blick auf die “Scholokadenseite” der Stadt, dann über die Hohenzollernbrücke auf die andere Rheinseite, etwas umständlich an der Altstadt vorbei über die Rheinpromenade, an den neuen, beeindruckenden Kranenhäusern vorbei hinunter nach Marienburg und Rodenkirchen. Abstecher nach Hahnwald mit seinen kuriosen, großspurigen Einfamilienhäusern, dann im Verkehrsgetümmel über Godorf, Wesseling, Hersel. Eigentlich ist dies keine Rennrad-Strecke, aber es beeindruckt mit immer wieder, über kleinste Wege hinein in die Stadt zu fahren, dort das den Betrieb zu beobachten und dann wieder in die Einsamkeit der Landstraße zurückzufinden.

Veröffentlicht in: on 24. September 2008 at 19:59 Kommentar schreiben