Wiederum gibt es Diskussionen, das Renteneintrittsalter hochzusetzen, vielleicht sogar bis auf siebzig Jahre. Jedem wird klar, das dies nur eine Methode ist, die Renten zu drücken, da die Rentenkassen nachweislich nicht mehr die Last aus der höheren Lebenserwartung tragen können, auch aufgrund der Diskrepanz zwischen Beschäftigten und Rentnern.
Wichtige Leute diskutieren, es wird gefordert, dass die Arbeitnehmer noch stärker auf Eigenvorsorge setzen sollen, dass sie flexibel bleiben sollen, um auch im Alter noch arbeiten zu können (Beispiel: der Dachdecker, der mit 55 und Rückenproblemen einfach mal in einen Bürojob wechselt).
Auf der anderen Seite höre ich wiederum, dass sich die Einkommensschere in Deutschland im vergangenen Jahr nochmals weiter geöffnet hat und die Nicht-Selbständig Beschäftigten deutlich geringere Einkommenszuwächse erzielt haben als Führungskräfte und Kapital-Eigentümer.
Die Produktivität der Arbeitnehmer ist so hoch wie nie - kein Wunder, denn wir haben durch den Einsatz und die Weiterentwicklung intelligenter Hilfsmittel (”Maschinen” - Computer - Kommunikationssysteme) eine große Zahl an Arbeitskräften freigesetzt. Es bleiben die Kapitaleigner, Organisierer (= Manager) und die Ingenieure, interessanterweise sind das genau die Gruppen, die in den letzten Jahren die hohen Einkommenszuwächse erzielt haben.
Hin und wieder hört man in diesem Zusammenhang das Wort “Maschinensteuer” - zumeist wird das Thema als linke Spinnerei abgetan, was es zum Teil leider auch ist.
Gehen wir aber einmal ganz an den Anfang zuück: Warum hat der Mensch sich Werkzeuge gemacht? - Um die notwendigen Arbeiten schneller erledigen zu können und sich stattdessen angenehmeren Tätigkeiten widmen zu können (z.B. der Kunst). Wenn wir nun gezwungenermaßen wegen des Einsatzes von Maschinen freigesetzt wurden - warum sollen die Maschinen nicht für uns arbeiten, warum sollen nicht Alle von ihnen profitieren?
Übertragen auf die Altersrente: Die Rendite aus der Einführung von Maschinen wäre zu verteilen an die nicht mehr benötigte Arbeitnehmerschaft. Natürlich nicht als unverdientes Geschenk, sondern als Rendite für die eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge. Mit anderen Worten: als eine kapitalgedeckte Rente!
Für mich als Küchen-Ökonom erscheint dies passend zu unserem System - die Strukturen sind bereits da, wir brauchen keine sozialistischen Umbrüche, sondern wir sollen uns lediglich auf unser kapitalistisches System verlassen.
Ich bin natürlich gerne für belehrende Hinweise dankbar, wie gesagt bin ich kein Volkswirtschaftler.