Durch die Eifel

Mindestens einmal pro Jahr fahre ich mit dem Rennrad in die saarländische Heimat. Über die Jahre habe ich mir einige Strecken dazu zusammengestellt, die allesamt abseits der großen und verkehrsreichen Straßen verlaufen und außerdem halbwegs vernünftige Steigungsverhältnisse aufweisen. Aber wer über Eifel, Hunsrück und Hochwald muss kann Steigungen niemals ganz vermeiden. Aber was soll’s, man muss drüber fahren, was für mich eigentlich auch kein Problem ist.

In diesem Jahr sah es zunächst so aus, als ob ich keine Gelegenheit mehr zu meiner Tour haben würde. Im Sommer passte das Wetter nicht und danach war keine Zeit mehr. Aber nun im Herbst klappte es doch:

Freitag, 26. September, Start um 8:15 im Morgennebel am Rhein, hoch über Arzdorf, Esch nach Kalenborn, hinunter ins Ahrtal bei Altenahr, hoch zum Nürburgring über Adenau und Quiddelbach, Mülenbach nach Kelberg. Weiterer Anstieg bis Beinhausen, dann hinunter im Liesertal nach Daun. Von dort über den Maare-Mosel-Radweg über Wittlich bis nach Maring-Noviand, an der Mosel entlang über Neumagen-Dhron bis Trittenheim, dann die steile Flanke der Mosel hoch nach Büdlicherbrück, weiter bis auf 550 m hoch zur Gedenkstätte Hinzert-Pölert, Hermeskeil (Ortseingang), letzte Steigung nach Gusenburg, dann der Prims folgend nach Wadrill, Wadern, Büschfeld, Limbach, Schmelz, Dillingen.

Vom Maare-Mosel-Radweg war in letzter Zeit viel zu hören, Berichte im Fernsehen und im Radio und natürlich eine Menge positiver Kommentare und Empfehlungen im Internet. Besonders interessant ist die Beschreibung auf Dr. Achim Bartoscheks äusserst sorgfältig editierten Website Bahntrassenradeln. In der Tat bietet die ca. 55 km lange Strecke ein angenehmes Fahrerlebnis. Minimale Steigungen und Gefälle, typisch für Bahnstrecken, eine Reihe durchaus längerer, natürlich beleuchteter Tunnel, der längste davon das “Große Schlitzohr”, sowie einige Viadukte. Die Strecke ist sehr gut beschildert, immer wieder gibt es Hinweise auf Gastronomie und Services entlang der Route, im oberen Teil sind Eisenbahnsignale und -schilder aufgestellt, allesamt sorgfältig beschrieben. Kreuzungen mit allgemeinen Straßen sind durch jeweils zwei versetzt aufgestellte Barken markiert, die so aufgestellt sind, dass man gefahrlos zwischen ihnen hindurch kommt. Zudem bestehen sie wohl aus Kunststoff mit abgerundeten Ecken, eine gute Lösung im Vergleich zu den gefährlichen Barrieren auf dem ansonsten ähnlich schönen Radweg von Kastellaun nach Simmern im Hunsrück. Nicht ganz so schön sind die Umfahrungen von Gewerbegebieten, die sich auf den früheren Bahngeländen breit gemacht haben, so z.B. in Laufeld, sowie die etwas dürftige Wegweisung im Zentrum von Wittlich. Nachdem die verkehrsreiche Bundesstraße hinter Wittlich überquert ist folgt der Weg dem Verlauf der unteren Lieser durch üppige Streuobstwiesen und Weinberge hinab zur Mosel.

Als Rennradfahrer finde ich diese Art von Radwegen oft etwas anstrengend, was ein normaler Radfahrer wohl nicht ganz nachvollziehen kann. Aber es ist nicht ganz ungefährlich, mit meiner höheren Geschwindigkeit an den verträumt dahinrollenden Gruppen von Leuten vorbeizufahren. Aber vielleicht bin ich es, der nicht auf solche Wege gehört…

239 km, Schnitt 27,4 km/h, reine Fahrzeit 8:50 h

Veröffentlicht in: on 29. September 2008 at 23:10 Kommentare (0)
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Köln

Es ist mittlerweile bereits zu einer Tradition geworden: Einmal im Jahr, meistens im Herbst fahre ich eine Tour nach Köln, und zwar mitten in die Stadt hinein zum Dom. Am Rhein entlang, unter den Brücken hindurch, über neuerdings komfortable Radwege bis nach Deutz. Blick auf die “Scholokadenseite” der Stadt, dann über die Hohenzollernbrücke auf die andere Rheinseite, etwas umständlich an der Altstadt vorbei über die Rheinpromenade, an den neuen, beeindruckenden Kranenhäusern vorbei hinunter nach Marienburg und Rodenkirchen. Abstecher nach Hahnwald mit seinen kuriosen, großspurigen Einfamilienhäusern, dann im Verkehrsgetümmel über Godorf, Wesseling, Hersel. Eigentlich ist dies keine Rennrad-Strecke, aber es beeindruckt mit immer wieder, über kleinste Wege hinein in die Stadt zu fahren, dort das den Betrieb zu beobachten und dann wieder in die Einsamkeit der Landstraße zurückzufinden.

Veröffentlicht in: on 24. September 2008 at 19:59 Kommentare (0)

Geschäftig

Herumbasteln am Winter-Fahrrad, das den ganzen Sommer über im Keller stand, fast so wie ich es im Frühjahr irgendwann einmal dort hingestellt hatte: verdreckt, Kette und Schaltung verklebt mit Fett, abgefahrene Reifen. Jetzt, nach einem halben Tag Arbeit ist alles wieder hergerichtet, nur die Beleuchtung fehlt noch. Sie wird mich noch eine Weile beschäftigen, denn eine Schraube war festgerostet, ich konnte die Bremse nicht neu anbringen, nun muss ich wohl die gesamte Gabel austauschen. Kleiner Anlass, große Wirkung - ärgerlich. Aber das lässt sich auch noch beheben, und danach kann ich mich auf die schönen Wintertouren freuen.

Veröffentlicht in: on 22. September 2008 at 22:49 Kommentare (0)

Abendtour

Kann man sich mit anderen Menschen verbunden fühlen wenn man nacheinander die gleichen Wege nimmt? Man sieht die Dörfer, die  Höfe, die Bäume, zurückliegende Passagen, Gespräche und Gedanken treten hervor.

Der Tag war bereits fortgeschritten, aber es war noch genügend Zeit für eine Runde über 84 Kilometer. Nach den anspruchsvollen Anstiegen vom Vortag bot die flache Strecke einen angenehmen Ausgleich:

Venusberg, Lüftelberg, Flerzheim, MOvenhoven, Miel, Niederdrees, Oberdrees, Margaretenhof, Palmersheim, Flamersheim, über die Feldwege nach Kuchenheim, Weidesheim, Dom-Esch, Straßfeld, Heimerzheim, Dützhöfe, Brenig, Umgehungsstraße Bornheim, Buschdorf, Nordstadt, Rhein.

Veröffentlicht in: on 25. Mai 2008 at 10:16 Kommentare (0)
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Neue Wege

Nachdem sich in der letzten Zeit viele spannende Wege als gesperrt herausstellten war es an der Zeit, neue Wege in der Einsamkeit zu suchen. Fünf Stunden durch den Westerwald gefahren, 137 Kilometer:

Nach Bad Hönningen, Anstieg Richtung Weißfeld, Over, Waldbreitbach, Niederbreitbach, Wolfenacker, Kurtscheid, Rengsdorf, Hardert, Straßenhaus, Daufenbach, Puderbach, Steimel, Lautzert, Berod,  Wahlrod, Mudenbach, B414, Altenkirchen, B8, Oberölfen, Weyerbusch, Hasselbach, Rettersen, Fiersbach, Kircheib, Griesenbach, Oberscheid, Buchholz, Eudenbach, Quirrenbach, Nonnenberg, Ruttscheid,Thomasberg, Heisterbacherrott.

Gehört u.a.: Philosophisches Radio - Sendung “Über den Traum von der ewigen Jugend” vom 16.05.08. Darin: C.G. Jung - Das archetypische Bild vom Ewigen Jüngling (Puer Eternus), der in der Krise der Lebensmitte in den Träumen auftauchen kann. Das Auftauchen dieses Bildes provoziert Schicksalsschläge, die dann einen Individuatiossschub erzwingen. Die eigene Identität wird vertieft und erweitert.

Veröffentlicht in: on 23. Mai 2008 at 18:00 Kommentare (0)
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Ein netter Mensch

Ich bin bereits zum zweiten Mal während der Tour in einen Regenschauer gekommen. Zwar trage ich meine dicke Winterbekleidung, aber Nässe und Kälte dringen langsam auch dort durch. Die Brille ist beschlagen, durch die Regentropfen sehe ich alles leicht verschwommen. Aber ich bin entschlossen, die geplante Runde zu Ende zu fahren. Gerade habe ich die Hälfte hinter mich gebracht, als ich beim Treten ein unsicheres Schwimmen verspüre - Plattfuß am Hinterrad!
Der Regen hat mittlerweile aufgehört, aber das Rad ist vollkommen verdreckt. Einen Schlauch auszutauschen kann unter solch widrigen Bedingungen schwierig werden - feine Sandkörner und Schmutz geraten zwischen Decke und Schlauch, nach einigen Kilometern kann der nächste Plattfuß folgen. Vorbeifahrende Rennradfahrer fragen kurz an, ob alles in Ordnung sei, ich bedanke mich und mache mich an die Arbeit. Doch da hält ein Wagen, der Fahrer fragt, ob er mich nach Hause bringen könne, ich stimme gleich zu, mit Blick auf die nächste Wolkenfront am Himmel. Das Auto ist geräumig, hinten drin ruht ein größerer Hund, für mein Rad findet sich noch Platz.
Wir fahren los, kurze Zeit später regnet es wieder, durchsetzt mit Graupelschauern. Zwanzig Minuten und eine nette Konversation später bin ich zuhause! Schön, dass es noch nette Menschen gibt!

Nachtrag:

Ich habe heute den Reifen untersucht und bin fündig geworden: Ein winziger Metallsplitter, Länge ca. 3 mm steckte im Reifen. Ich hätte ihn vor Ort wahrscheinlich nicht gefunden und  hätte vermutlich nach einigen Kilometern wiederum mit Panne am Straßenrand gestanden.

Veröffentlicht in: on 22. März 2008 at 20:37 Kommentare (0)
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Blicke

Am Samstagnachmittag fuhr die Gruppe hinauf zum Schloss, den den klassischen Anstieg der Rennstrecke über das kurze Kopfsteinpflasterstück. Am Schloss angekommen sahen wir die Großstadt weit entfernt vor uns liegen. Der Dom liegt genau in der Sichtachse, ein großartiger Ausblick. Leider nicht für alle von uns, zu sehr hatte der Anstieg die Kräfte gefordert.
Einige Stunden später waren wir in einer anderen Rolle dort unten unterwegs, mitten im Getümmel der Menschen, in der lebendigen, aufgekratzen Stadt. Aber auch hier siehst Du nicht alles. Die Gesichter und Figuren bleiben Dir fremd, die Menschen scheinen alle nur in einem großen Spiel unterwegs zu sein. Es sind die Details, die Dir in Erinnerung bleiben werden: ein Augenpaar, seit langer Zeit zum ersten Mal nicht mehr versteckt, das offene Lachen.

Veröffentlicht in: on 16. März 2008 at 21:58 Kommentare (0)
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Unterwegs

In dieser Jahreszeit liebe ich das Rennrad-Training ganz besonders. Die Luft ist noch kühl, die Wege verschmutzt, man kämpft gegen Windböen. Aber am Wegesreand fängt das Gesträuch an zu grünen, der Himmel ist manchmal überraschend blau und die Sonne beeindruckt mit ihrerm kräftigen Strahl. Ich bin stundenlang unterwegs, an drei Tagen konnte ich fahren. Mit dem iPod im Ohr höre ich mein gesamtes Podcast-Abonnement durch, kaum Musik. Die Zeit vergeht ich lege die Kilometer zurück ohne dass mir bewusst wird, wie weit ich bereits gefahren bin. Am Samstag fuhr ich über Porz und Rath hinauf nach Bensberg zum Schloss und über Rösrath und Lohmar wieder zurück. Am Sonntagmorgen war welliges Gelände im Siebengebirge angesagt und heute fuhr ich nach Weilerswist. Das Rad ist jetzt ziemlich dreckig, aber das stört mich weiter nicht, schließlich ist es mein Winterrad. Welch ein Gegensatz zu der Zeit in Mallorca - dort war ich in der Sonne unterwegs, trockene Straßen und leichte Kleidung - hier und mehr als einen Monat später fahre ich immer noch in den Winterkleidern. Aber ich weiss: jeder dieser Kilometer wird mir in der Sommerzeit sehr gut tun

Veröffentlicht in: on 3. März 2008 at 21:45 Kommentare (0)

Mitverantwortung des Sponsors

Wer fragt denn nun endlich einmal nach der Mitverantwortung des Sponsors für die Doping-Situation im Radsport? Wie haben sie sich alle im Erfolg gesonnt, ein Minister, ein Vorstand, die Freunde und Geschäftspartner. Schicke Empfänge in Paris, die Sportler als Staffage.

Erinnerungen an die VIP-Lounges bei der Deutschland-Tour. Bekannte Gesichter, nette Damen, Hallo hier, Küßchen da. Besucher im Trainingsanzug werden am Eingang besonders gründlich auf ihre VIP-Bändchen überprüft, sie fallen richtiggehend aus dem Rahmen, da alle geladenen Gäste natürlich im Business-Zwirn oder im Edel-Sport-Chic herumlaufen.

Stellen wir uns vor: Das Team müht sich redlich ab in seiner deutschen Ehrlichkeit, aber bekommt im internationalen Renngeschäft einfach keinen Fuß auf den Boden. Man engagiert den belgischen Mann, bekannt durch eigene Erfolge und bereits erfahren in einigen Jobs als Sportlicher Leiter. Der Sponsor hat bereits einige Millionen investiert und ist auf dem Sprung in die internationalen Märkte. Der Vorstand nimmt den neuen Teamleiter beiseite und raunt ihm zu: “Bringen Sie dieses Team zum Erfolg - Sie wissen am besten, was zu tun ist, ich verlasse mich auf Sie.” Der Erfolg kommt tatsächlich kurz danach und Deutschland fällt in den Radsport-Rausch. Rennradfahren wird attraktiv, die Deutschen steigen aufs Rad und stehen zu Abertausenden Spalier bei den Rennen, die nun immer häufiger auch in diesem Land statt finden. Und selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk macht Hofberichterstattung.

Hin und wieder tauchen Doping-Gerüchte und Behauptungen auf, ein Fahrer mit glorreichen Vergangenheit und früherer Star des Teams, aber gewagten Behauptungen wird mit Einstweiligen Verfügungen zugedeckt und findet sich am Rand der Armut. Und dann noch ein Fall in der Kurpfalz, italienische Fruchtbarkeitsbräuche, die sich nicht mit der Liste der verbotenen Mittel in Einklang bringen lassen. Der Mann ist heute in der Eifel unterwegs.

Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Verträge gekündigt, Verantwortlichkeiten geklärt - wirklich? Die Geschichte wird weitergehen, die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden - durch Alle!

Veröffentlicht in: on 14. Dezember 2007 at 23:28 Kommentare (0)
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Abendtour

Trockenes Wetter und eine Gelegenheit zum Radtraining. Ich schaffte es endlich einmal, die Arbeit früher zu verlassen und fuhr in den Abend hinein. Kühle Luft, Wege abseits des Verkehrs, Spaß, endlich einmal wieder ein paar Hügel hochzufahren, nachdem ich mich in der letzten Zeit etwas zurückgehalten hatte. Am Ende kamen in zwei Stunden 51 km zusammen. Und Mallorca rückt näher.

Veröffentlicht in: on 12. Dezember 2007 at 21:44 Kommentare (0)
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