Romy Schneider


Sie wäre an diesem Dientag siebzig Jahre alt geworden. Zufällig hatte ich sie vor einigen Tagen in einem französischen Film im Fernsehen gesehen, nur wenige Augenblicke - und ich war gebannt von ihrer Ausstrahlung! Noch nach so vielen Jahren bleibt sie lebendig für uns. Ein einziges Lied scheint es von ihr zu geben:

Les choses de la vie: La chanson d’Hélène. Heute zum ersten Mal gehört. Sie singt es mit zerbrechlicher Stimme, dazu sagt Michel Piccoli zärtliche Worte.

Veröffentlicht in: on 23. September 2008 at 23:03 Kommentare (0)

Kälte

Sie werden sich nach und nach fremder, selbst wenn sie sich zufällig sehen scheinen sie sich nicht zu kennen. Die Augen sind hinter spiegelnden Brillen verborgen, Gespräche gibt es nicht mehr. Eine bemerkenswerte Zeit geht zu Ende.

Veröffentlicht in: on 7. Juni 2008 at 20:13 Kommentare (0)

Neue Wege

Nachdem sich in der letzten Zeit viele spannende Wege als gesperrt herausstellten war es an der Zeit, neue Wege in der Einsamkeit zu suchen. Fünf Stunden durch den Westerwald gefahren, 137 Kilometer:

Nach Bad Hönningen, Anstieg Richtung Weißfeld, Over, Waldbreitbach, Niederbreitbach, Wolfenacker, Kurtscheid, Rengsdorf, Hardert, Straßenhaus, Daufenbach, Puderbach, Steimel, Lautzert, Berod,  Wahlrod, Mudenbach, B414, Altenkirchen, B8, Oberölfen, Weyerbusch, Hasselbach, Rettersen, Fiersbach, Kircheib, Griesenbach, Oberscheid, Buchholz, Eudenbach, Quirrenbach, Nonnenberg, Ruttscheid,Thomasberg, Heisterbacherrott.

Gehört u.a.: Philosophisches Radio - Sendung “Über den Traum von der ewigen Jugend” vom 16.05.08. Darin: C.G. Jung - Das archetypische Bild vom Ewigen Jüngling (Puer Eternus), der in der Krise der Lebensmitte in den Träumen auftauchen kann. Das Auftauchen dieses Bildes provoziert Schicksalsschläge, die dann einen Individuatiossschub erzwingen. Die eigene Identität wird vertieft und erweitert.

Veröffentlicht in: on 23. Mai 2008 at 18:00 Kommentare (0)
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Vorleser in der Nacht

Es war bereits nach Mitternacht, doch es gab immer noch eine Schlange von Wartenden, die in kleinen Schüben in das Funkhaus hineingelassen wurde. Entspannt, doch in Erwartung auf eine anregende Veranstaltung plauderten die Menschen miteinander. Zwei junge Menschen, ausgestattet mit Headset, Warmhaltekanne und Milchkännchen boten Kaffee in Bechern an. Am Ausgang des Gebäudes ließ der Mann vom Sicherheitsdienst einzelne Leute herauskommen, die sich in der kühlen Nachtluft ihre Zigarette gönnten. Auf dem Boden standen vereinzelt aufgegebene Bierflaschen.
Drinnen wartete man in einer zweiten Schlange, doch wer wollte konnte es sich auf dem Boden vor einer Videoleinwand bequem machen und von dort aus den Vorlesern lauschen. Die Bilder der Zeichner waren ausgestellt, das Publikum stand dort mit Kaffeebechern in der Hand und unterhielt sich.
Er war vertraut mit dieser Umgebung, die Veranstaltung hatte er auch schon in den früheren Jahren besucht. Wartend in der Schlange beobachtete er die Menschen. Ältere Damen und Herren, knittrige Gesichter, kein Durchschnitt, Leser. Junge Leute, wahrscheinlich Stundenten, die Jungs etwas zerzaust, manche mit Wollschals und Bärten, die Mädchen sinnlich.
Er war unter Menschen, aber alleine. Er dachte an die Mail, die er am Abend noch von zuhause aus verschickt hatte. Mehrmals hatte er danach noch im Postfach nachgeschaut, allerdings nur wieder die leidige Spam vorgefunden, aber dann hatte er den Computer ausschalten müssen. Wie wäre der Abend verlaufen, wenn ihn noch eine Antwort erreicht hätte?
Endlich im Saal angekommen suchte er sich einen Platz und blieb dort bis zum frühen Morgen, zuhörend, schmunzelnd, manchmal träumend und müde, dann wieder wach.
Als er endlich nach Hause fuhr fühlte er sich übermüdet und etwas benommen. Er konzentrierte sich darauf, keinen Fahrfehler zu machen, er versuchte, die prickelnden Gedanken der Nacht wiederzufinden, aber sie zerfaserten sich immer wieder - das Jetzt hatte ihn bald wieder eingeholt.

Veröffentlicht in: on 8. März 2008 at 22:13 Kommentare (0)
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Hier und dort

Die tägliche Arbeit, die tägliche Routine. Ich bin beschäftigt, mache meinen Job, spiele meine Rolle. Ich könnte beliebig tief hineintauchen, könnte meine Position ausspielen, mich der Geldmaschine ausliefern, ihre Regeln übernehmen und selbst viel Geld verdienen.

Aber es gibt noch die andere Welt: Bücher, Gedanken, Diskussionen, Philosophie, Religion, der Blick in die Vergangenheit. Mit den Jahren erkenne ich immer deutlicher, dass dies die Themen sind, die bleiben werden, auch wenn ich mir davon nichts kaufen kann. Denn schließlich bin ich kein Schriftsteller geworden, kein Philosophie-Professor, ja noch nicht einmal ein Erzieher. Ich trage meine Gedanken mit mir herum, habe nie gelernt, sie in einen größeren Zusammenhang zu bringen, sie zueinander in Beziehung zu setzen und sie vernünftig zu Papier zu bringen. Im Ergebnis bin ich nun zwischen den beiden Welten gelandet: im Brotberuf ein leidliches Auskommen, aber unzufrieden und in der anderen Welt keinen festen Fuß gefasst. Aber es bleiben hoffentlich noch einige Jahre, vielleicht komme ich doch noch dort an.

Veröffentlicht in: on 4. März 2008 at 22:27 Kommentare (0)
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Trains in the Dark

As a five year old boy I often was on vacation at the place of my aunt Hedwig. She had a small grocery, close to the train station of the town. I often went to that station and stood at the platform, watching the trains roaring by - mostly D-trains as the express trains where called in the sixties and freight trains. I remember the last steam enginges - huge, black, long lizzards used as shunting enginges during their last active years, rolling forward and backward, moving railroad cars, but they were once built for long distance services.

At night I could always hear the noise of the trains, the sound coming from far away, growing louder and louder, passing by and disappearing. Sometimes, when two trains met from different directions the sound could be heard for a long time after the have long been disappeared.

I also remember the sound of the shunting yard: the brakes of the railroad cars hovering loosely at the wheels, producing a singing sound, sometimes switching to screaming and scratching.

My grandfather told me that during the Second World War, the railroad tracks and the yard often was the target of air attacks, the trains were hit, the people jumped out of the cars, searching for a shelter along the embankment, parts of the cars were found as scrap metal hundreds of meters away from the railroad track, even years after the end of the war. They had special, simplified and robust steam engines at those days, called “Kriegslokomotiven”, war locomotives. On old photos they are often marked with the propaganda slogan “Räder müssen rollen für den Sieg” - wheels have to roll for the victory.

Every time I hear trains at night I imagine these war trains.

Veröffentlicht in: on 7. Dezember 2007 at 23:05 Kommentare (0)
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Eine Antwort

… ist gekommen aus Österreich. Ich habe gleich geantwortet und ein wenig mehr von mir und dem heutigen Leben erzählt. Wie lange sind zwanzig Jahre?

Veröffentlicht in: on 26. November 2007 at 22:28 Kommentare (0)

Du findest sie

Wieder einmal suche ich im Netz nach Namen, Freunden von früher. Drei Mausklicks weiter und ich bin in Österreich gelandet, Steiermark. Eine Gemeindezeitung, darin ein Foto - Bingo! Wir sind alle älter geworden, haben Familien, haben uns weit voneinander entfernt. Es gibt eine Mail-Adresse, ich schreibe eine kurze Nachricht - mal sehen, was passiert.

Veröffentlicht in: on 23. November 2007 at 22:44 Kommentare (0)
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