Abendtour

Kann man sich mit anderen Menschen verbunden fühlen wenn man nacheinander die gleichen Wege nimmt? Man sieht die Dörfer, die  Höfe, die Bäume, zurückliegende Passagen, Gespräche und Gedanken treten hervor.

Der Tag war bereits fortgeschritten, aber es war noch genügend Zeit für eine Runde über 84 Kilometer. Nach den anspruchsvollen Anstiegen vom Vortag bot die flache Strecke einen angenehmen Ausgleich:

Venusberg, Lüftelberg, Flerzheim, MOvenhoven, Miel, Niederdrees, Oberdrees, Margaretenhof, Palmersheim, Flamersheim, über die Feldwege nach Kuchenheim, Weidesheim, Dom-Esch, Straßfeld, Heimerzheim, Dützhöfe, Brenig, Umgehungsstraße Bornheim, Buschdorf, Nordstadt, Rhein.

Veröffentlicht in: on 25. Mai 2008 at 10:16 Kommentare (0)
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Neue Wege

Nachdem sich in der letzten Zeit viele spannende Wege als gesperrt herausstellten war es an der Zeit, neue Wege in der Einsamkeit zu suchen. Fünf Stunden durch den Westerwald gefahren, 137 Kilometer:

Nach Bad Hönningen, Anstieg Richtung Weißfeld, Over, Waldbreitbach, Niederbreitbach, Wolfenacker, Kurtscheid, Rengsdorf, Hardert, Straßenhaus, Daufenbach, Puderbach, Steimel, Lautzert, Berod,  Wahlrod, Mudenbach, B414, Altenkirchen, B8, Oberölfen, Weyerbusch, Hasselbach, Rettersen, Fiersbach, Kircheib, Griesenbach, Oberscheid, Buchholz, Eudenbach, Quirrenbach, Nonnenberg, Ruttscheid,Thomasberg, Heisterbacherrott.

Gehört u.a.: Philosophisches Radio - Sendung “Über den Traum von der ewigen Jugend” vom 16.05.08. Darin: C.G. Jung - Das archetypische Bild vom Ewigen Jüngling (Puer Eternus), der in der Krise der Lebensmitte in den Träumen auftauchen kann. Das Auftauchen dieses Bildes provoziert Schicksalsschläge, die dann einen Individuatiossschub erzwingen. Die eigene Identität wird vertieft und erweitert.

Veröffentlicht in: on 23. Mai 2008 at 18:00 Kommentare (0)
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Jugend

Gestern Abend sah ich zwei junge Leute, die sich offensichtlich gut verstanden haben. Sie waren zwar etwas unkonventionell gekleidet, vielleicht waren die Kleider auch ein Zeichen
ihrer Gemeinsamkeit. Sie scheinen sich wohl sehr nahe gekommen zu sein.

Veröffentlicht in: on 7. Mai 2008 at 20:01 Kommentare (0)
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Fischfriedhof

Kinder leben in ihrer eigenen Welt…

Veröffentlicht in: on 12. April 2008 at 21:22 Kommentare (0)

Osternacht

Samstag Nacht im Dom. Die Gläubigen sind versammelt,  längst sind alle Plätze belegt als wir ankommen. Im Bereich direkt nach dem Eingang ist eine Metallschale aufgestellt, ein Helfer bereitet Holzspäne für das Osterfeuer darin vor. Der riesige Raum ist nur schwach erleuchtet, und bald gehen sämtliche Lichter aus. Nur von draußen scheint ein wenig Licht durch die Kirchenfenster herein und hinterlässt seltsame Muster an den Wänden. Die Figuren und Bauteile wirken rätselhaft, nur in Umrissen zu erkennen.

Schweigend bewegt sich die Prozession der Geistlichen durch den Kirchenraum, gefolgt von den jungen Mädchen des Chores.

Dann beginnt der Ritus der Osternacht. Schon oft war ich dabei, doch noch nie hier im Dom. Zum ersten Mal wird mir der Dom als Ort der Heiligen Messe bewusst, nicht nur als Objekt für Kunst- und Geschichtsinteressierte. Die Stimmen hallen durch den Raum, der Nachklang des Gesangs ist gewaltig.

Am Osterfeuer wird die große Kerze angezündet und bald darauf halten die Gemeindemitglieder ihre kleinen Kerzen angezündet in der Hand - der Kirchenraum alleine durch die vielen hundert Kerzen hell erleuchtet.

Dann brausen die Orgelklänge durch den Raum, die Chorstimmen dazu, und die elektrische Beleuchtung wird eingeschaltet. Blicke auf die Menschen um mich herum, jeder scheint gebannt zu sein von der freudigen Stimmung.

Als wir am Ende der Messe auf den Vorplatz treten sehen wir die Schneeflocken durch die Lichtkegel der Scheinwerfer tanzen und die Windböen fassen uns kalt in die Kleider.

Veröffentlicht in: on 25. März 2008 at 22:22 Kommentare (0)
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Ein netter Mensch

Ich bin bereits zum zweiten Mal während der Tour in einen Regenschauer gekommen. Zwar trage ich meine dicke Winterbekleidung, aber Nässe und Kälte dringen langsam auch dort durch. Die Brille ist beschlagen, durch die Regentropfen sehe ich alles leicht verschwommen. Aber ich bin entschlossen, die geplante Runde zu Ende zu fahren. Gerade habe ich die Hälfte hinter mich gebracht, als ich beim Treten ein unsicheres Schwimmen verspüre - Plattfuß am Hinterrad!
Der Regen hat mittlerweile aufgehört, aber das Rad ist vollkommen verdreckt. Einen Schlauch auszutauschen kann unter solch widrigen Bedingungen schwierig werden - feine Sandkörner und Schmutz geraten zwischen Decke und Schlauch, nach einigen Kilometern kann der nächste Plattfuß folgen. Vorbeifahrende Rennradfahrer fragen kurz an, ob alles in Ordnung sei, ich bedanke mich und mache mich an die Arbeit. Doch da hält ein Wagen, der Fahrer fragt, ob er mich nach Hause bringen könne, ich stimme gleich zu, mit Blick auf die nächste Wolkenfront am Himmel. Das Auto ist geräumig, hinten drin ruht ein größerer Hund, für mein Rad findet sich noch Platz.
Wir fahren los, kurze Zeit später regnet es wieder, durchsetzt mit Graupelschauern. Zwanzig Minuten und eine nette Konversation später bin ich zuhause! Schön, dass es noch nette Menschen gibt!

Nachtrag:

Ich habe heute den Reifen untersucht und bin fündig geworden: Ein winziger Metallsplitter, Länge ca. 3 mm steckte im Reifen. Ich hätte ihn vor Ort wahrscheinlich nicht gefunden und  hätte vermutlich nach einigen Kilometern wiederum mit Panne am Straßenrand gestanden.

Veröffentlicht in: on 22. März 2008 at 20:37 Kommentare (0)
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Ausflug

Regen und Schneegestöber - doch ist es bereits Mitte März! Aber wir freuen uns auf den Mai, auf lange Ausfahrten in unbekannte Gefilde.  Wir werden neue Erlebnisse haben, neue Entdeckungen machen. Werden dunkle Wälder durchqueren und in helle, glänzende Seen blicken. Der Gedanke an das Neue lässt uns einen wohligen Schauer über den Rücken streichen. Die Bewegung kann uns mitreissen, wir müssen darauf achten, dass uns der Wind nicht umwirft.

Veröffentlicht in: on 19. März 2008 at 18:47 Kommentare (0)

Blicke

Am Samstagnachmittag fuhr die Gruppe hinauf zum Schloss, den den klassischen Anstieg der Rennstrecke über das kurze Kopfsteinpflasterstück. Am Schloss angekommen sahen wir die Großstadt weit entfernt vor uns liegen. Der Dom liegt genau in der Sichtachse, ein großartiger Ausblick. Leider nicht für alle von uns, zu sehr hatte der Anstieg die Kräfte gefordert.
Einige Stunden später waren wir in einer anderen Rolle dort unten unterwegs, mitten im Getümmel der Menschen, in der lebendigen, aufgekratzen Stadt. Aber auch hier siehst Du nicht alles. Die Gesichter und Figuren bleiben Dir fremd, die Menschen scheinen alle nur in einem großen Spiel unterwegs zu sein. Es sind die Details, die Dir in Erinnerung bleiben werden: ein Augenpaar, seit langer Zeit zum ersten Mal nicht mehr versteckt, das offene Lachen.

Veröffentlicht in: on 16. März 2008 at 21:58 Kommentare (0)
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Die andere Welt

Du kennst Dein Leben, es läuft alles in geordneten Bahnen, die Arbeit, die Familie, die Wohnung, das Hobby. Hin und wieder einmal eine Unterbrechung - Erkältung, Streß bei der Arbeit, Urlaub, aber danach läuft alles wieder in geordneten Bahnen. Es könnte immer so weiter gehen, aber Du siehst, dass es noch andere Welten gibt. Vielleicht hast Du sie schon einmal besucht, in jungen Jahren, als alles noch neu und unentdeckt schien. Du hast darüber gelesen, Du weisst, dass es Leute gab, die dorthin verschwunden sind und beschädigt zurück kamen. Aber Du weisst auch, dass Du hingehen kannst, viel erleben und mit neuen Einsichten und neuer Kraft in Dein hiesiges Leben zurückkehren wirst.Es gibt viele Möglichkeiten, diese Grenzen zu überschreiten. Wähle Dir ein Buch und tauche darin ab. Treffe im Internet andere Menschen, gehe in eine andere Stadt und an dunkle Orte. Beginne einen Gedankenaustausch, gehe mit Deinem Gesprächspartner Stufe um Stufe in die fremden Gebiete, jeder zieht den anderen abwechselnd ein Stück weiter. Es kann passieren, dass ihr euch verirrt und glaubt, nicht mehr zurück zu finden. Aber ihr seid gemeinsam unterwegs und haltet euch aneinander fest, es wird deshalb einen Rückweg geben. Ihr werdet aber mit Sicherheit Stellen finden, die ihr alleine nie gesehen hättet.

Sicher, diese Orte sind keine dauerhafte Bleibe. Ihr werdet über kurz oder lang zurückkehren müssen in eure Welt, werdet diese aber mit anderen Augen sehen. Und: Wenn ihr niemals die Alternativen durchdacht hättet - was bliebe euch noch als Handlungsspielraum, wenn sich die Realitäten irgendwann einmal unerwartet ändern würden?

Veröffentlicht in: on 12. März 2008 at 22:43 Kommentare (1)
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Vorleser in der Nacht

Es war bereits nach Mitternacht, doch es gab immer noch eine Schlange von Wartenden, die in kleinen Schüben in das Funkhaus hineingelassen wurde. Entspannt, doch in Erwartung auf eine anregende Veranstaltung plauderten die Menschen miteinander. Zwei junge Menschen, ausgestattet mit Headset, Warmhaltekanne und Milchkännchen boten Kaffee in Bechern an. Am Ausgang des Gebäudes ließ der Mann vom Sicherheitsdienst einzelne Leute herauskommen, die sich in der kühlen Nachtluft ihre Zigarette gönnten. Auf dem Boden standen vereinzelt aufgegebene Bierflaschen.
Drinnen wartete man in einer zweiten Schlange, doch wer wollte konnte es sich auf dem Boden vor einer Videoleinwand bequem machen und von dort aus den Vorlesern lauschen. Die Bilder der Zeichner waren ausgestellt, das Publikum stand dort mit Kaffeebechern in der Hand und unterhielt sich.
Er war vertraut mit dieser Umgebung, die Veranstaltung hatte er auch schon in den früheren Jahren besucht. Wartend in der Schlange beobachtete er die Menschen. Ältere Damen und Herren, knittrige Gesichter, kein Durchschnitt, Leser. Junge Leute, wahrscheinlich Stundenten, die Jungs etwas zerzaust, manche mit Wollschals und Bärten, die Mädchen sinnlich.
Er war unter Menschen, aber alleine. Er dachte an die Mail, die er am Abend noch von zuhause aus verschickt hatte. Mehrmals hatte er danach noch im Postfach nachgeschaut, allerdings nur wieder die leidige Spam vorgefunden, aber dann hatte er den Computer ausschalten müssen. Wie wäre der Abend verlaufen, wenn ihn noch eine Antwort erreicht hätte?
Endlich im Saal angekommen suchte er sich einen Platz und blieb dort bis zum frühen Morgen, zuhörend, schmunzelnd, manchmal träumend und müde, dann wieder wach.
Als er endlich nach Hause fuhr fühlte er sich übermüdet und etwas benommen. Er konzentrierte sich darauf, keinen Fahrfehler zu machen, er versuchte, die prickelnden Gedanken der Nacht wiederzufinden, aber sie zerfaserten sich immer wieder - das Jetzt hatte ihn bald wieder eingeholt.

Veröffentlicht in: on 8. März 2008 at 22:13 Kommentare (0)
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